
Wurf X – 2025
Verpaarung
Unsere liebe Ulla hat am 04.12.2025 ihren ersten und auch letzten Wurf zur Welt gebracht. Die Geburt verlief leider sehr dramatisch. Wir waren dabei als die Wehen los gingen. Leider kam das erste Jungtier falsch herum, mit den Hinterfüßen voran – etwas was selten gut ausgeht. Mit den Hinterfüßen voran hat es das Jungtier einfach nicht durch den Geburtskanal geschafft, statt dessen hat es Ullas gefüllte Harnblase teilweise raus gedrückt (Blasenvorfall). Es bestand zu dem Zeitpunkt Lebensgefahr sowohl für Ulla als auch für Ihre Jungtiere. Wir haben umgehend zum Telefon gegriffen und eine unserer Tierarztpraxen angerufen. Die Kernaussage die wir erhalten haben war äußerst ernüchternd – die Tierärztin hätte keine Zeit für unseren Notfall, es wäre gleich eine OP geplant, wir könnten Ulla vorbei bringen, sie würden sie dann so lange hin stellen (nein, bei ihr bleiben könnte ich nicht) und wenn ihre andere OP später fertig sei, dann könnten Sie nach ihr sehen und einen Kaiserschnitt machen. Ich war ehrlich gesagt sehr sprachlos, das wäre das Todesurteil für Ulla und ihre Jungtiere gewesen. Bei einem Kaiserschnitt gibt es sowohl für Meerschweinchen Mütter als auch für ihre Jungtiere kaum eine Überlebenschance. Ulla bis dahin einfach irgendwo zu „parken“ und sich selbst zu überlassen war für mich auch keine adäquate Notfallversorgung. Während wir also versuchten telefonisch einen alternativen Tierarzt zu erreichen hat sich Ullas Harnblase entleert und ist „wieder rein geflutscht“. Wir konnten nun erstmals die Zehen eines Hinterfußes erspähen, ab da war die Situation klar. Wir haben also Jungtier 1 geholfen seinen Weg durch „die Öffnung zu finden“. Leider hat sich das Jungtier verkeilt und steckte mit dem Kopf fest. Der Rest des bereits leblosen Körpers war schon draußen. Egal bei welcher Tierarztpraxis wir angerufen haben überall die gleiche Aussage; entweder gerade kein Arzt da oder in OPs, keinesfalls vorbei kommen, sie können nicht helfen. Ich habe Ulla also einfach eingepackt und bin auf Gut Glück los gefahren. In einer kleinen Tierarztpraxis in der wir zuvor noch nicht waren haben wir dann Asyl gefunden. Zwar war auch hier die Tierärztin gerade mitten in einer OP und die Tierarzthelferin meinte man könnte uns nicht weiter helfen. Ich hatte an der Rezeption kurz die Transportbox geöffnet um zu sehen wie es Ulla geht und nochmal versucht das fest steckende Jungtier zu lösen und siehe da es gab nach, das erste tote Jungtier war draußen und die Wehen schickten direkt Jungtier 2 (Xalotte) hinterher. Wir haben also in der Transportbox auf dem Boden im Empfangsbereich der Tierarztpraxis Ullas Wurf auf die Welt geholfen. Die Geburt von Jungtier 2 und 3 verlief zum Glück reibungslos. Jungtier 3 war ein unglaublich hübscher kleiner Kerl – leider war er von Anfang an sehr wackelig und zittrig auf den Beinen, ist immer wieder umgekippt. Leider wollte er bei Mama Ulla auch überhaupt nicht trinken (mehrere Anlegeversuche sind gescheitert). Er wollte auch nichts fressen, noch nicht mal zarte grüne Grashalme. Wir haben versucht ihn zu päppeln, die ersten x Versuche hat er nichts geschluckt. Erst am 2. Lebenstag hat er die Päppelmilch angenommen. Wir hatten in der kurzen Zeit einen unglaublichen Draht zueinander. In der Nacht vom 2. auf den 3. Lebenstag ist er dann leider verstorben, was uns sehr getroffen hat. Die Geburt war einfach zu viel für ihn – er hat in irgendeiner Art Schaden genommen. Unser einziger Lichtblick an der Sache ist, dass wir Ulla und die kleine Xalotte retten konnten – beide sind wohl auf. Ulla ist ehrlicherweise keine sonderlich fürsorgliche Meerschweinchen Mama. Sie toleriert, dass Xalotte bei ihr trinkt, viel mehr will sie von der Kleinen aber nicht wissen – die anderen Mütter kümmern sich aber zum Glück um sie. Für Ulla war es der erste und gleichzeitig auch letzte Wurf – wir sind einfach nur froh, dass sie die Geburt überstanden hat und dass es ihr gut geht.

























































